Seit 2021 gehört der Hochlandlauf zum Dresdner Laufkalender. Im Interview spricht der Organisationsleiter der SG Weißig-Dresden, Sebastian Plotz, über die Entstehung des Laufs, die Herausforderungen hinter den Kulissen, die Besonderheiten der Strecke durch das Schönfelder Hochland und die Visionen für die Zukunft der Veranstaltung.

Wie kam es zu der Idee, den Hochlandlauf Dresden zu veranstalten? Von wem ging der Impuls aus? Und warum seid ihr von der Strecke durch die Dresdner Heide hin zum Hochland gewechselt?

Bereits vor rund zehn Jahren entstand in unserer Leichtathletik-Abteilung der Wunsch, einen eigenen Lauf in unmittelbarer Nähe unseres Stadions zu organisieren. Unter unseren laufbegeisterten Mitgliedern wurden zahlreiche Ideen diskutiert – beispielsweise ein Lauf entlang des Alten Bahndamms oder durch die Dresdner Heide. Der Hochlandlauf ist somit das Ergebnis vieler gemeinsamer Überlegungen und des Wunsches, einen regionalen Lauf im Dresdner Hochland zu etablieren.

Im Jahr 2021 war es schließlich soweit: Mit Start und Ziel im Stadion des Sportparks Weißig fiel der Startschuss für die erste Veranstaltung. Um die Planung und Organisation möglichst unkompliziert zu halten, entschieden wir uns zunächst für einen Rundkurs durch die Dresdner Heide. Auch die damaligen Corona-Auflagen spielten dabei eine Rolle. Die vorhandene Infrastruktur im Sportpark sowie die Möglichkeit, die Hygienevorgaben dort zuverlässig umzusetzen, sprachen für dieses Konzept.

Bereits ein Jahr später verlegten wir die Streckenführung jedoch ins Schönfelder Hochland. Zum einen wollten wir den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine abwechslungsreichere Strecke bieten, zum anderen sollte der Lauf seinem Namen „Hochlandlauf“ noch stärker gerecht werden. Dafür mussten wir uns allerdings vom Start- und Zielbereich im Sportpark Weißig verabschieden. Eine Querung beziehungsweise Vollsperrung der Bundesstraße 6 wäre für die Verbindung ins Hochland erforderlich gewesen und ließ sich für die Veranstaltung leider nicht realisieren.

Die Abteilung Leichtathletik der SG Weißig wird dann sicher aktiv in die Planung eingebunden? Wie viele Helfer sind vom Verein vor Ort dabei? Und benötigt ihr noch Helfer?

Die Planungen für den Hochlandlauf beginnen meist unmittelbar nach der erfolgreichen Durchführung der vorherigen Veranstaltung. Im Organisationsteam wird der zurückliegende Lauf gemeinsam mit allen Beteiligten ausgewertet, und Verbesserungsvorschläge werden für die kommende Ausgabe aufgenommen. Ohne eine langfristige Planung – von der Streckenkonzeption über die Werbung bis hin zur Gewinnung von Partnern und Unterstützern – wäre die Durchführung des Hochlandlaufes in seiner heutigen Form nicht möglich.

Von Beginn an engagieren sich dabei nicht nur die Mitglieder unserer Abteilung Leichtathletik, sondern auch Eltern, Freunde und Förderer unserer Abteilung sowie unseres Vereins. Ein Event dieser Größenordnung lebt vom Einsatz vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Ohne dieses Engagement wäre der Hochlandlauf nicht realisierbar.

Für die Durchführung des Laufs sind inzwischen rund 60 Helfer im Einsatz. Sie betreuen den Start- und Zielbereich, besetzen die Streckenposten, organisieren die Verpflegungsstationen entlang der Strecke, kümmern sich um Auf- und Abbau, die Versorgung im Zielbereich sowie die Ausgabe der Startunterlagen. Hinzu kommen unsere Partner für Zeitmessung, sanitätsdienstliche Betreuung, Beschallung, Absperrungen und Moderation.

Auch in Zukunft werden wir auf die Unterstützung engagierter Helferinnen und Helfer angewiesen sein. Dabei versuchen wir, individuelle Einsatzwünsche zu berücksichtigen. Schließlich soll neben der zuverlässigen Organisation vor allem auch die Freude an der gemeinsamen Durchführung des Hochlandlaufes im Vordergrund stehen.

Wie kam es zu der Streckenführung? Läufst du diese selbst im Training? Wie muss man sich die beiden Hauptstrecken vorstellen? Was macht ihren Reiz aus?

Als wir uns im Organisationsteam für die heutige Streckenführung entschieden haben, stand zunächst die Idee im Vordergrund, einen kürzeren Lauf über etwa 5 Kilometer sowie einen längeren Lauf über rund 10 Kilometer anzubieten. Dabei boten sich die abwechslungsreichen Höhenzüge des Schönfelder Hochlands geradezu an, um eine attraktive und anspruchsvolle Strecke zu gestalten.

Mit dem Napoleonstein und dem Triebenberg wurden schließlich zwei markante Erhebungen in die Streckenführung integriert. Um den organisatorischen Aufwand und den Einsatz der Helfer möglichst effizient zu gestalten, verlaufen die beiden Strecken auf einigen Abschnitten identisch. Die längere Strecke hält dabei eine besondere Herausforderung bereit: Sie führt über den Triebenberg, die höchste Erhebung Dresdens.

Die große Runde bin ich selbst bereits im Training gelaufen. Am Veranstaltungstag blieb dafür bislang allerdings keine Gelegenheit, da die Organisation natürlich Vorrang hat. Als Läufer kenne ich die Strecke aber gut und kann ihren besonderen Reiz nachvollziehen.

Generell bietet Dresden mit seinen zahlreichen Laufveranstaltungen hervorragende Möglichkeiten für Laufbegeisterte. Ob beim Oberelbe-Marathon, dem REWE Team Challenge Dresden, dem Citylauf oder dem Prießnitzgrundlauf – jede Veranstaltung hat ihren ganz eigenen Charakter und ihre besonderen landschaftlichen Reize. Viele dieser Läufe bin ich selbst bereits gelaufen und schätze sie auf unterschiedliche Weise.

Warum habt ihr die Teilnehmerzahl limitiert? Gibt es Auflagen aufgrund des Umweltschutzes oder andere Gründe?

Die maximale Teilnehmerzahl wird vom Veranstalter bereits bei der Anmeldung und Planung des Laufes festgelegt. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Entscheidend sind die Erfahrungen aus den Vorjahren sowie die Frage, welche organisatorischen und logistischen Kapazitäten vor Ort zur Verfügung stehen.

So sind beispielsweise die Parkmöglichkeiten begrenzt, und auch der Start- und Zielbereich kann nur eine bestimmte Anzahl von Läuferinnen und Läufern aufnehmen. Darüber hinaus müssen die Verpflegung, die Streckensicherung, die sanitätsdienstliche Betreuung und alle weiteren organisatorischen Abläufe zuverlässig gewährleistet werden.

Unser Ziel ist es, allen Teilnehmenden ein angenehmes Lauferlebnis zu bieten. Die Begrenzung der Teilnehmerzahl trägt dazu bei, dass die Veranstaltung überschaubar bleibt, die Abläufe reibungslos funktionieren und sich alle beim Hochlandlauf wohlfühlen und die besondere Atmosphäre genießen können.

Wie soll sich der Hochlandlauf entwickeln? Gibt es noch neue Ideen und Visionen?

Gemeinsam mit unserem langjährigen Hauptpartner m4Energy liegt uns eine nachhaltige Weiterentwicklung des Hochlandlaufes besonders am Herzen. Auch in Zukunft möchten wir gemeinsam neue Ideen entwickeln und Aktionen umsetzen, die Menschen für Bewegung in der Natur begeistern und die Freude am Laufsport fördern.

Ein weiteres Ziel ist es, die Gemeinden des Schönfelder Hochlands noch stärker in die Veranstaltung einzubinden. Hier sind wir offen für Anregungen und freuen uns über neue Ideen, wie der Hochlandlauf noch stärker in der Region verankert werden kann. Deshalb sehen wir Potenzial in einer engeren Verbindung mit dem Hochlandfest. Eine solche Kooperation könnte für beide Veranstaltungen spannende Synergien schaffen und den Hochlandlauf als festen Bestandteil des regionalen Veranstaltungskalenders weiter stärken.

Dabei ist es uns wichtig, den familiären Charakter und die besondere Atmosphäre des Laufes zu bewahren. Der Hochlandlauf soll auch künftig eine Veranstaltung bleiben, die sportlichen Anspruch, Naturerlebnis und Gemeinschaft auf besondere Weise miteinander verbindet.

Erwärmung vor dem Kinderlauf beim Hochlandlauf

Und zum Schluss noch eine besondere Frage: Welches Event oder welche Veranstaltung würdest Du Dir im sportlichen Bereich noch für Dresden wünschen? Was gibt es in Deinen Augen noch nicht in der Stadt?

Ich bin grundsätzlich ein großer Freund von Mitmachveranstaltungen. Deshalb sehe ich gerade in diesem Bereich noch viel Potenzial. Menschen gemeinsam in Bewegung zu bringen und dabei den Spaß am Sport in den Mittelpunkt zu stellen, ist aus meiner Sicht besonders wertvoll. Dabei muss es nicht immer ums Laufen gehen – auch andere Sportarten oder bewegungsorientierte Formate können Menschen zusammenbringen und für gemeinsame Erlebnisse sorgen.

Was Dresden aus meiner Sicht vor allem braucht, sind noch mehr niedrigschwellige Sport- und Bewegungsangebote im gesamten Stadtgebiet. Aufgrund seiner Größe und der weit verteilten Ortsteile fehlt es vielerorts noch an wohnortnaher Infrastruktur, die allen Menschen die Möglichkeit gibt, unkompliziert aktiv zu sein.

Wenn es gelingt, mehr öffentliche Bewegungsräume und gemeinschaftliche Sportangebote zu schaffen, profitieren davon nicht nur Vereine und Sportlerinnen und Sportler, sondern die gesamte Stadtgesellschaft.

Hochlandlauf Dresden
06.09.2026
www.hochlandlauf.de